Offener Brief an Anbieter von Workshops für Hochzeitsfotografen

Ein offener Brief an die Anbieter von Workshops

Wir setzen uns als Wedding-Unicorns für Fairness und Ehrlichkeit in der Branche ein. Unser Appell richtet sich nicht nur an Hochzeitsfotografen, sich nicht mit fremden Federn zu schmücken. Wir wenden uns auch an die Anbieter von Workshops. Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig die Ehrlichkeit in der eigenen Werbung ist. Letztendlich schadet man nicht nur den Brautpaaren, unseren Kunden, sondern langfristig auch sich selbst.

“Das wird der Markt schon regeln”

Sicherlich wird der Markt es regeln, wenn schlechte Fotografen mit wunderbaren Bildern werben, die ihr eigenes Können jedoch in keinster Weise repräsentieren. Allerdings bitten wir zu bedenken, dass bis dahin schon etliche Paare getäuscht wurden.

Man kann auch das “Produkt” Hochzeitsfotografie mit kaum einem anderen Produkt vergleichen. Hat man ansonsten einmal ein schlechtes Produkt erworben, dann kauft man beim nächsten Mal eben doch das andere Produkt, vielleicht ein Hochwertigeres. Ein Hochzeitsfotograf wird hingegen nur einmal im Leben gebucht.

Hochzeitsfotografen, die das Wedding-Unicorns Logo auf ihrer Seite nutzen dürfen, haben sich allesamt dafür ausgesprochen, Bilder von Workshops (oder Styled-Shoots) als Solche zu kennzeichnen. Außerdem verfügen unsere Fotografen über die nötige Erfahrung um den Anforderungen gerecht zu werden, die eine Hochzeit mit sich bringt.

Für unsere Kunden ist ihre Hochzeit ein einmaliges Erlebnis, ein sehr wichtiger und unwiederbringlicher Tag.

 

 

Lieber Workshop-Anbieter,

unsere Mitglieder und ich selbst stolpern nahezu täglich auf Workshop Angebote für Hochzeitsfotografen. Verstehe uns bitte nicht falsch: Wir haben überhaupt nichts gegen Deine Workshops. Im Gegenteil!

Wir sind sogar der Meinung, dass es auch für erfahrene Hochzeitsfotografen sehr wichtig ist, mal über den Tellerrand zu schauen und sich immerfort weiterzubilden.

Ein Satz, der bei uns immer wieder für Kopfschütteln sorgt ist:

“… Natürlich hast du auch die Gelegenheit, Paarfotos zu machen; … die Bilder darfst du auch für dein Portfolio nutzen.

Nun richtet sich Dein Workshop vielleicht allerdings nicht nur an erfahrene Hochzeitsprofis sondern auch an Anfänger in der Branche.

“Der Workshop passt zu dir, wenn…

…. du Anfänger bist und direkt richtig durchstarten möchtest”

Anfänger, die noch nichts oder nur sehr wenig an Bildmaterial vorzuweisen haben. Gerade diese Anfänger sind jedoch auf Bildmaterial angewiesen und freuen sich natürlich über so ein Angebot wie Du es eingestellt hast.

Du magst Dich vielleicht fragen, warum wir uns daran stoßen, dass Anfänger mit den Ergebnissen Deines Workshops zukünftig  ihre Werbung betreiben. Ich versuche Dir das mal anhand eines Beispiels darzulegen:

Als ich selbst vor vielen Jahren meinen allerersten Hochzeitsfotografen Workshop besuchte, kam natürlich auch die Frage nach der Nutzung der Bilder auf. Der damalige Initiator des Workshops beantwortete diese Frage folgendermaßen:

“Sicherlich könnt Ihr die Bilder nutzen. Aber überlegt Euch das sehr gut, denn am Ende schadet Ihr damit nicht nur den Brautpaaren, die Euch aufgrund dieser Bilder vielleicht buchen möchten. Ihr werdet Euch am Ende selber damit schaden. Wir befinden uns hier in einer Workshop Situation. Das Brautpaar (ja, es war auch ein “echtes” Paar) ist schon einigermaßen geübt vor der Kamera. Ich gebe Euch die Szenarien vor; die Ideen entstammen meiner eigenen Kreativität. Ich erzähle Euch hier etwas von Bildaufbau, mache Euch vor, was Ihr nur nachzustellen braucht und gebe Euch sogar noch die Kameraeinstellungen vor und sorge außerdem für die richtige Lichtsetzung. Wenn Ihr später mal, bei einer echten Hochzeit versuchen wollt, ein solches Bild selbst zu erstellen, dann werde ich Euch keine Hilfestellung mehr geben können. Eure Ergebnisse werden möglicherweise mit den Ergebnissen von heute nichts zu tun haben. In der Folge wird das Brautpaar enttäuscht und unzufrieden sein…”

Mich hat die Ausführung meines damaligen Workshopleiters enorm beeindruckt. Er wies am Ende nochmal darauf hin, dass wir zwar die Bilder nutzen könnten, wir jedoch bitte sehr deutlich die Bilder als “Workshopbilder” kennzeichnen sollten. Ich muss sagen, dass ich ihm in Nachhinein dankbar bin für seinen Hinweis. Nicht nur, dass ich bei den Bildern, die beim Workshop entstanden sind, seinen Stil damals komplett adaptiert habe, der mit meinem heutigen Stil überhaupt nichts mehr zu tun hat. Auch, dass er uns die Augen geöffnet hat dafür, dass wir letztendlich unsere Kunden mit solchen Bildern täuschen.

Wir wissen es doch alle: Wir haben nicht immer die perfekten Brautpaare vor der Kamera, nämlich Brautpaare, die sich selbstverständlich und souverän vor der Kamera präsentieren. Mitunter stehen wir vor Herausforderungen angesichts des Paares, angesichts der Location, des Zeitdrucks usw. usf. Bilder, die bei Workshops entstehen haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun! Echte Hochzeiten sind etwas völlig Anderes.

Lieber Workshop-Anbieter, Dir ist es ja auch nicht entgangen, dass es unzählige Hochzeitsfotografen gibt, die sich auf den Markt drängen. Viele dieser Fotografen haben keinerlei Erfahrung. Sie entern den Markt, werben mit Workshopbildern, Bildern aus Styled Shoots oder gar Stockphotos. Sie lassen sich von Brautpaaren buchen und hinterlassen sehr oft verbrannte Erde. Unzufriedene Bräute tauschen sich aus und berichten in den einschlägigen Bräute-Foren bei Facebook oder sonstwo im Netz.

Nur weil es alle machen, ist es deshalb immer noch nicht richtig

Wir beobachten ebenso, dass es gängige Praxis zu werden scheint, Bilder, die bei einem Workshop entstanden sind, ganz selbstverständlich in sein Portfolio aufzunehmen. Genauso wie es inzwischen “normal” zu sein scheint, ein Styled Shoot zu organisieren und sogar Gäste zu casten, damit es möglichst echt aussieht und die potentiellen Kunden nicht merken, dass es sich nicht um eine echte Hochzeit handelt. Gerade Neueinsteiger übernehmen solche Vorgehensweisen total unreflektiert. Hier möchte ich noch nichtmal eine böse Absicht unterstellen.

Wir als Wedding-Unicorns beobachten diese Entwicklung mit Sorge und versuchen nach unsern Möglichkeiten hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Nicht außer Acht zu lassen ist die Tatsache, dass sich hier ein klarer Wettbewerbsverstoß erkennen lässt.

Wo fängt man hier am besten an? Bei den Kunden? Bei den Anbietern von Workshops? Wir meinen, dass beides wichtig ist.

Unserer Meinung nach reicht eben nicht nur die kleine unscheinbare Verlinkung zum Workshopanbieter. Bilder, die bei einem Workshop entstanden sind, sollten auch entsprechend DEUTLICH als Solche gekennzeichnet werden! Das ist nur fair.

Es mag oldschool klingen, wenn wir das Schmücken mit fremden Federn (werben mit WS-Bildern) als verwerflich bezeichnen. Aber ist es das wirklich, wenn wir uns dafür aussprechen, dass die Werbung von Hochzeitsfotografen mit ehrlichen Methoden betrieben werden sollte? Wenn uns Fastfoodketten glauben machen wollen, dass der Burger auf den Fotos in Wirklichkeit genauso aussieht, dann ist das eine Sache. Wenn uns der Burger nicht geschmeckt hat, gehen wir halt beim nächsten Mal woanders hin oder entscheiden uns für ein anderes Gericht. Aber bei Hochzeiten gibt es in der Regel kein nächstes Mal.

Bei einer Hochzeit sind sehr viele Emotionen im Spiel. Die Paare beschäftigen sich normalerweise zum ersten Mal und meistens auch letztmalig mit der Frage nach der Buchung eines Hochzeitsfotografen. Wir als Fotografen sollten das nicht ausnutzen. Wir sollten mit unseren Fotos, die auch wirklich bei echten Hochzeiten entstanden sind, ehrlich unsere Werbung betreiben. So wissen die Kunden, was sie erwartet.

Lieber Workshop-Anbieter, wir haben uns nicht mit dieser Mail an Dich gewandt um Dich zu ärgern. Vielmehr appellieren wir an Deine Fairness und hoffen darauf, dass Du Dir unsere Zeilen gewissenhaft zu Gemüte führst.

Viele Grüße

Sabine

Wedding-Unicorns.de

no comments
Add a comment...

Your email is never published or shared. Required fields are marked *

*