Der Preis für den Hochzeitsfotograf

Nach dem Preis für den Hochzeitsfotograf wird täglich in den sozialen Netzwerken gefragt.

 

Preis Hochzeitsfotograf

Diese Screenshots habe ich in nur wenigen aufeinanderfolgenden Tagen sammeln können. Es dauert nie lange, bis eine Diskussion unter diesen Threads entsteht und es werden die immer gleichen Argumente ausgetauscht. Bräute, die sich zu Wort melden und Fotografen, die an dieser Stelle versuchen Aufklärungsarbeit zu leisten. Es werden Stimmen laut, die da beispielsweise behaupten, die Preise der Hochzeitsfotografen seien unverschämt. Dabei werden sich insgeheim Stundenlöhne ausgerechnet und aufgeführt, dass das Wort „Hochzeit“ alleine schon dafür sorgen würde, dass die Preise unverhältnismäßig in die Höhe schnellen würden. Dass das so nicht richtig ist, wissen wohl die Meisten. Ganz sicher wissen es diejenigen, die selbst einen Profi für ihre Hochzeit engagiert haben und am Ende des Tages festgestellt haben, welchen enormen Einsatz er gebracht hat.

Kaum etwas ist schnelllebiger als die sozialen Netzwerke

Verständlicherweise wollen sich viele Fotografen hier rechtfertigen, jedoch verpufft auch jedes noch so gute Argument innerhalb kürzester Zeit.  Kaum etwas ist schnelllebiger als die sozialen Netzwerke. In nur wenigen Stunden ist der Thread in Vergessenheit geraten und ehe man sich versieht, wird die Frage in einer anderen Gruppe (oftmals auch in der gleichen Gruppe) erneut gestellt. Es hat sich als äußerst müßig herausgestellt, die Frage nach dem Preis immer und immer wieder zu beantworten.

Wedding-Unicorns möchte Brautpaare bei der Suche nach ihrem Hochzeitsfotograf beratend und unterstützend zur Seite stehen und um die Beantwortung der Frage nach dem Preis kommen auch wir nicht umhin. Dabei lässt sie sich nicht so leicht beantworten wie man vermuten würde.

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten

Die Frage „Was zahlt Ihr für Euren Fotografen“ kann nämlich nicht pauschal beantwortet werden. Genauso gut könnte man fragen, was man denn für ein Auto in der Regel bezahlt. Ich kann mir ein altes gebrauchtes Auto kaufen oder ein Gefährt der Luxusklasse. Für den Gebrauchtwagen zahle ich vielleicht 1000 €, für die schicke Limousine kann ich auch 50.000 € ausgeben. Es kommt eben darauf an, welchen Stellenwert ein Auto für mich hat. Nun kann ich mich bei geringem Budget für ein preiswertes Auto entscheiden und dabei auf Extras verzichten. Wenn ich dann irgendwann vielleicht mehr Geld zur Verfügung habe, dann kann ich mir später immer noch mein Wunschauto gönnen.

Die Entscheidung, wieviel Wert man auf die Bilder seiner Hochzeit legt, fällt man nicht nur für die Gegenwart.

Ähnlich verhält es sich mit der Investition für den Hochzeitsfotografen. Nur kann man später seine heute getroffene Entscheidung eben nicht mehr revidieren. Diese Entscheidung kann man nur einmal treffen, denn eine Hochzeit lässt sich nicht wiederholen und die Bilder können im Nachhinein auch nicht mehr nachgestellt werden.

Die Entscheidung für die Investition in die Erinnerungen an seine Hochzeit fällt man also nicht nur für die Gegenwart. Die Bilder sollten einem auch in vielen Jahren noch gefallen. Wenn man sich später (evtl. sogar jahrelang) darüber ärgert, dass man an diesem Punkt gespart hat, dann kann man seine Entscheidung leider nicht mehr rückgängig machen.

Arbeitet der Hobbyfotograf schwarz, macht man sich sogar strafbar

Man liest von Hobbyfotografen, die sich gerne was hinzu verdienen, von Studenten, die froh sind, wenn sie an einem Samstag vielleicht ein paar hundert Euro machen können und von dem Onkel, der ja eine gute Kamera hat. Dass der Hobbyfotograf, der ja mit Sicherheit diese Zusatz-Einnahme nicht versteuert, eigentlich kein Geld nehmen dürfte, ist den Meisten wohl klar. Es dürfte auch bekannt sein, dass man sich selbst strafbar macht, wenn man jemanden schwarz, also an der Steuer vorbei,  engagiert. Im Übrigen sagt eine gute Kamera überhaupt nichts aus! Wenn ich da mal von mir sprechen dürfte: ich habe auch ganz tolle Profi-Kochtöpfe, aber deshalb kann ich immer noch nicht gut kochen 😉

Preis Hochzeitsfotograf / Hobbyfotograf VS Profi

Am Ende des Jahres erkennt auch der Anfänger wieviel Arbeit tatsächlich hinter jeder Hochzeit steckt.

Dann gibt es noch die Anfänger, die sich gerade selbständig machen und noch Bildmaterial für ihr Portfolio sammeln. Hier kann man Glück haben. Man sollte sich selbst nur eine Frage beantworten: „Vertraue ich einem unerfahrenen Anfänger diese wichtige Aufgabe an, die Erinnerungen an einen der schönsten Tage unseres Lebens, in Bildern festzuhalten?“

Es mag sein, dass der Anfänger talentiert ist und auch schon ein paar schöne Portraits und Deko-Fotos auf seiner Facebook- oder Website zeigt. Seid Ihr sicher, dass diese Bilder bei einer echten Hochzeit aufgenommen wurden? Handelt es sich bei den gezeigten Bildern um Ergebnisse, die bei einem Workshop oder Styled Shoot entstanden sind? Kann der Fotograf auch größere Bildstrecken von echten Hochzeiten präsentieren?

Jede Hochzeit hat ihre eigenen Abläufe, es können (für den Fotografen) stressige Momente entstehen und der Fotograf muss in jedem Fall die Nerven behalten und über so viel technisches Know-How verfügen, auch ganz spontan die richtigen Entscheidungen zu treffen und entsprechend zu reagieren.

Man muss einfach wissen: Der Anfänger in der Hochzeitsfotografie ruft oftmals nicht umsonst einen niedrigeren Preis auf. Man könnte jetzt ganz böse sein und behaupten: Der Anfänger ist billiger, weil er es muss und der erfahrene Fotograf nimmt mehr, weil er es kann.

Zudem ist es insbesondere bei Anfängern in der Branche ganz häufig so, dass sie ihre eigene Preisgestaltung noch nicht überblickt haben. Erst am Ende des Jahres hat der Hochzeitsfotograf erkannt, wieviel Arbeit hinter jeder Hochzeit tatsächlich steckt.

Preis geteilt durch Reportagezeit = Stundenlohn?

Schön wär’s! 😉 Wenn Euer Fotograf Euch am Abend Eurer Hochzeit wieder verlässt, dann ist seine Arbeit noch lange nicht getan. Als Faustregel kann man die Reportagezeit mindestens mit 3 multiplizieren um die Zeit der Nachbearbeitung der Bilder zu berechnen. Wenn Euer Fotograf Euch also 8 Stunden begleitet, dann kann er locker nochmal 24 weitere Stunden am Rechner verbringen um Eure Bilder zu bearbeiten. Eine 8-stündige Hochzeitsreportage ergeben also mindestens eine Arbeitszeit von 32 Stunden. Hinzu kommt noch die An- und Abfahrt, die Vorbereitung des Equipments, die Beantwortung Eurer Emails und Telefonate, die Zeit, die er sich für das Vorgespräch mit Euch nimmt usw. usf.

 

Die Zeit der Nachbearbeitung übersteigt die Reportagzeit um ein Vielfaches

Ich kann so nicht arbeiten… 😉

Nun klingt der Stundenlohn überhaupt nicht mehr so hoch, oder?

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Fotograf seine Einnahmen auch noch versteuern muss, Sozialversicherungsbeiträge abführt und auch sein Arbeitsmaterial (Kameras, Objektive usw.) selbst finanzieren muss, dann verdient der Fotograf am Endes des Tages in der Regel nicht viel mehr als ein normaler Angestellter.

Nun varrieren die Hochzeitsfotografen Preise dennoch sehr stark

Laut unseren Erfahrungen startet ein professionell arbeitender Fotograf bei einem Preis von mindestens 1.500 € für eine 8-stündige Hochzeitsreportage. Es werden aber auch Preise von 3.500 € und mehr aufgerufen. Der Preis alleine ist aber nicht entscheidend. Nicht alle Kollegen bieten beispielsweise auch ein Engagement Shooting mit an. Bei manchen Kollegen sind im Preis für die Reportage auch Alben oder andere Extras enthalten. Fotografen, die schon viele Jahre Erfahrung gesammelt haben, haben höchstwahrscheinlich auch schon ein kleines Vermögen in ihre Weiterbildung investiert und besitzen die meisten Teile ihres Equipments in mehrfacher Ausführung, damit sie im Falle eines Falles immer auf Ersatz zurückgreifen können. Nicht auszudenken, wenn der Fotograf nach der Hälfte der Reportage seine Arbeit beenden müsste, weil ihm die Kamera kaputt gegangen ist. Der Profi greift dann einfach zum Backup.

Vielleicht habt Ihr schon bestimmte Vorstellungen, wie Eure Hochzeitsbilder einmal aussehen sollen. Möglicherweise habt Ihr auch schon Euren Wunschfotografen gefunden. Wenn Euch die Bilder gefallen, dann solltet Ihr ganz einfach an diesem Punkt nicht sparen. Fragt am Besten gleich an, denn viele Fotografen sind über Monate hinweg ausgebucht. Euer Wunschfotograf wird Euch sicherlich ein persönliches Treffen vorschlagen. Fast alle guten Fotografen möchten auf ein persönliches Vorgespräch nicht verzichten.

Wenn Euch die Bilder und der Stil Eures Wunschfotografen gefallen, solltet Ihr ihn auch persönlich treffen

Bei einem persönlichen Vorgespräch könnt Ihr schnell feststellen, ob auch die Chemie stimmt. Ist Euch der Fotograf sympathisch und könnt Ihr Euch vorstellen, dass er Euch am Tag Eurer Hochzeit relativ nahe stehen wird? Mit kaum einem anderen Dienstleister werdet Ihr am Tag Eurer Hochzeit so viele Berührungspunkte haben, wie mit Eurem Fotografen. Daher ist es sehr wichtig, dass Ihr Euch auch mögt.

Die Entscheidung für Euren Hochzeitsfotografen solltet Ihr also sorgfältig treffen

Wenn Ihr auch nach dem Treffen dennoch Bedenkzeit braucht, dann lasst Euch damit nicht zuviel Zeit. Gute Hochzeitsfotografen sind sehr schnell ausgebucht. Der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen. Vielleicht schnappt Euch schon morgen ein anderes Paar Euren Wunschfotografen vor der Nase weg. Sicherlich muss man sein Budget auch immer im Auge behalten. Das wissen auch Hochzeitsfotografen.

Es gibt aber trotzdem genau 2 Posten, an denen man nicht sparen sollte: Der Fotograf, denn die Bilder sind Eure Erinnerungen für viele Jahrzehnte. Und dann wäre da noch die Musik! Gute Musik trägt maßgeblich zur Stimmung Eurer Hochzeit bei. In 1-2 Jahren wird sich niemand mehr erinnern, ob Eure Torte zwei- oder dreistöckig war, aber von der guten Stimmung, die der DJ oder die Band verbreitet haben, wird man auch nach Jahren noch sprechen. Und Eure Bilder werdet Ihr auch noch stolz Euren Kindern und Enkeln zeigen.

 

Sabine Schütte-Hüneke für Wedding-Unicorns

Auch meine Kollegen Martin Hecht und Danyel André haben ihre Gedanken dazu mitgeteilt:

Wie viel darf ein Hochzeitsfotograf kosten?

 

professionelle Hochzeitsfotos – unnötig oder besser doch?

 

 

 

 

 

 

 

1 comment
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  • Hochzeitsbudget – KartCore13. März 2017 - 10:39

    […] eine sachliche Version lesen möchte, kann gerne hier auf den Beitrag von Sabine Schütte-Hüneke von den Wedding Unicorns […]ReplyCancel